Trainingslager der FC Amriswil Frauen Side 2.0

04.04.2016 Von: Isabella Petti

Tag 1

In den Worten von Laura liesse sich der 1.Tag kurz zusammenfassen: Hotel gut, Essen gut, Training gut, WLAN gut, WhatsApp funktioniert nicht. Also für alle zu Hause Gebliebenen: Sie hat nicht absichtlich nicht geantwortet.

Da jedoch niemandem weitere wichtige Fakten über den Tag vorenthalten werden sollten, wird gerne ergänzt:

Die Zeit vergeht bekanntlich wie im Flug. Mit diesem Gefühl trafen sich die Frauen des FC Amriswil am Sonntagmorgen in etwas zu früher Stunde am Flughafen Zürich; als wäre es gestern gewesen. Dank Zeitverschiebung wurde aus dem Treffpunkt um 5:00 Uhr schnell 4:00 Uhr. Nicht das auch noch. Die Vorfreude auf das Trainingslager liess die Müdigkeit trotz allem schnell vergessen. Los geht's, Abflug.

Kurz nach der Landung musste das Team schnell feststellen, dass die Türken aus dem letzten Jahr nicht viel dazu gelernt haben. In einem leicht zu kleinen Bus versuchten sie mühsam alle Koffer zu verstauen. Die Massarbeit verdient schon fast Applaus. Vorher besser überlegen wäre jedoch die effizientere Variante gewesen.

Wie schon vor einem Jahr war das Team im wunderschönen Hotel The Sense Deluxe untergebracht. Eine Unterkunft, die für eine solche Sportwoche keine Wünsche übrig lässt. Komfortable Zimmer, gemütliche Wellnessoase, gutes Essen und nahe gelegene Fussballplätze, die das heimische Tellenfeld schlecht dastehen lassen.

Nach dem Mittagessen stand das erste Training auf dem Programm: ein unendlich scheinendes Einwärmen, gefolgt von der allerseits geliebten Laufschuleinheit, einer Kommunikationsübung (Ziit, Muesch, Pralle oder doch Klatsche) und ein abschliessendes Spiel.

Nach dem Abendessen traf sich das Team plus Staff im Meetingroom für einen Taktikinput. Mehr wird dazu jedoch nicht verraten, streng geheim.

Gute Nacht.

 

Tag 2

Am ersten Morgen lockte das schöne Wetter das Zimmer 1514 trotz ausfallendem Footing bereits früh an den Strand. Nach nur wenigen Metern im Sand war der kalte Wind nicht mehr auszuhalten. Immerhin, der Wille war da. Fazit: Footing am Morgen empfiehlt sich nicht.

Unglaublich aber war, schon wieder wurde hungrig das Frühstücksbuffet gestürmt. Wichtig, denn schliesslich stand in Anas ominösem Buch „2x7min streng“. Zurück auf dem Trainingsplatz liess der angekündigte Ausdauerparkour nicht lange auf sich warten. Cheftrainer Andreas versuchte zur selben Zeit eine neue Passübung aus. Wir sind sicher, auf dem Papier und in seinem Kopf hat diese auch reibungslos funktioniert. Immerhin an einem Ort.

Mit erneuter Verspätung beendeten wir zu Leiden des Busfahrers die Vormittagstrainingseinheit. Der Geduldsfaden des örtlichen Organisators Yüksel drohte nach nur 1 Tag zu reissen.

In der verdienten Mittagspause wagten sich erste Wahnsinnige ins Meer, die etwas Vernünftigeren genossen die Sonne im Trockenen.

Das anschliessende Nachmittagstraining diente dazu, die am Vorabend angesprochene Taktik auf dem Rasen umzusetzen. Während die einen 3:2 oder 10:0, ja richtig gehört 10:0, spielten, brillierten die Anderen beim Fussballtennis.

Den intensiven Trainingstag liessen die Amriswil-Frauen unterschiedlich ausklingen. Am nächsten Morgen war jedoch kaum zu übersehen, wer seine Grenzen noch nicht zu kennen scheint.

 

 

Tag 3

Wie bereits erwähnt, hatten an diesem Morgen ein paar wenige Spielerinnen leicht Mühe wach zu werden. Keine Angst, sie konnten getrost Frau Horst die Schuld in die Schuhe schieben. Verbarmen gab es aber trotzdem für niemanden, trainiert wird so oder so.

Am heutigen Matschtag stand am Vormittag glücklicherweise nur ein lockeres Training an. Somit wurden aus den aufgetragenen drei Einlaufrunden schnell zwei - eine Spielerin (1m gross, blond, gschiid, aso vorallem gschiid) schaffte es sogar, nur eine zu machen. Wobei man ihr den Sprint zum stillen Örtchen fast schon anrechnen sollte. Die anschliessenden Torabschlüsse brachten die zwei Torhüterinnen auch nur dank der Sonne ins Schwitzen. Leider änderte sich diese Situation am Nachmittag während dem Trainingsspiel nicht wirklich. Von den gefühlten 1000 Torschüssen fanden nur 2 den Weg ins Netz. Nicht so schlimm, der eigene Torwart musste nämlich nur einmal hinter sich greifen. Die Chancenverwertung war an diesem Nachmittag jedoch der einzige Mangel in der Amriswil-Elf. Die Passkombinationen und das Stellungsspiel funktionierten zeitweise ausgezeichnet. Auch in Zweikämpfen verhielt man sich trotz Müdigkeit und schweren Beinen vorbildlich. Dabei muss betont werden, dass sich einige der Gegnerinnen aus Schweden hin und wieder in der Sportart geirrt haben. Das unparteiische Schiedsrichter-Trio schien diese Tatsache komischerweise nicht zu bemerken. Dennoch, kann das Team die gezeigte Leistung mit in die Schweiz nehmen, wird einer gelungenen Rückrunde nichts mehr im Weg stehen. Schliesslich müssen die Tore erst am kommenden Sonntag wieder fallen.

 

Tag 4

Diesen Tag begann das Team mit einer Footingeinheit am Meer. Wer hätte geglaubt, dass wir das noch erleben werden? Sogar Trainer Andreas hat seine Turnschuhe ausgepackt. Auf ihren Einsatz haben sie jedoch vergeblich gewartet, die Assistenztrainerin bekam netterweise den Auftrag mit dem Team mitzulaufen. Genau 10min hin und 10min wieder zurück, aber Ana: "I wür nüme zwiit!"

Nur ein wenig später standen die Spielerinnen wieder auf dem Fussballplatz. Schnell bemerkte das Team einen mehr oder weniger willkommenen Gast. Ein süsser Hund, Eisbär... was auch immer, fand Gefallen daran, um den Platz zu rennen und an den Bällen zu knabbern. Immerhin, er war besser erzogen als andere Hunde - wenn ihr wisst, was ich meine ;). Nach dem 100. "jöö" und "mega herzig" durchquerten die Frauen erneut die Leiter und stabilisierten den Rumpf. Bevor das Training Nr.5 beendet wurde, stand wieder einmal „gelb:blau:orange“ auf dem Programm. Zu Ungunsten einiger Spielerinnen hätte das Spiel an diesem Morgen auf „blau:orange und gelb“ umbenannt werden können. Naja, immerhin lockte für alle der trainingsfreie Nachmittag. Viel Shopping und Nichtstun stand auf der to-do Liste. Herrlich.

Ausserdem, nicht zu vergessen, an diesem Abend fand ausnahmsweise kein Mitternachtstraining in Steinach statt.

 

Tag 5

Der letzte Trainingstag stand an, angefangen mit einer verkürzten Footingrunde, anschliessendem Frühstück und Vormittagstraining mit dem Thema Standarts. Hoffen wir auf viele Fouls und Eckbälle am kommenden Sonntag, damit das Geübte auch umgesetzt werden kann. Hoffentlich weiss noch jede, was sie zu tun hat. Das Training war somit glücklicherweise ziemlich locker. Fabienne und Denise, was sagt ihr dazu? Goalitrainer Ivo hat auch dieses Jahr keine Gnade walten lassen. Bei ihm gehen „die Maiteli“ oder wahlweise auch Jungs immer „in die Bode“, ob müde oder nicht.

Am Nachmittag wurde der spontane Teamwettkampf mit der Disziplin "Schwimmen" eingeläutet. Drei Freiwillige und eine, die keine andere Wahl hatte, sprangen in den kalten Pool. An dieser Stelle Gratulation an Iris, stark gemacht. Kurz noch zurück zum erwähnten Teamwettkampf. Es wird gemunkelt, dass der ganze Ablauf gespickt von 2,3 Skandalen war. Wie auch sonst schaffte es das Team der beiden männlichen Trainer auf dem Podest so weit nach oben?

Um 14:15 sassen die leicht angeschlagenen Spielerinnen dann zum letzten Mal im Bus Richtung Sportanlage. Vor dem Fussballturnier trafen pro Team je zwei Teilnehmerinnen bei einem Parkour oder beim Zielschiessen aufeinander. Im anschliessenden Turnier auf die Törchen lautete die Erfolgstaktik "hinten zu machen und auf Konter setzen". Ein Team hat die Spielweise bis zum Schluss nicht umsetzten können und wurde deshalb verdient mit dem letzten Platz belohnt.

 

Wie auch im vergangenen Jahr ist die Trainingswoche schnell an uns vorbeigezogen und deshalb ein riesen Dank an die Trainer Andreas, Ana und Ivo für die unermüdliche Geduld, die tollen Vorbereitungen und die mitreissende Motivation. Ein weiteres Dankeschön an unsere Begleiter und treuen Fans Monika, Helga und Bruno. Es ist schön auf eure Unterstützung zählen zu können. Der letzte Dank gebührt dem gesamten Team für den Einsatz. Ein Hoch auf uns, wir sind und bleiben Legenden. (Das geht aber schnell bei euch.)

 

Tipps für weitere Trainingslager:

·         niemals neben Jacqueline und ihrer Granatapfelsucht Platz nehmen

·         weisse Ausgangstrainer sind ungeeignet

·         Spielerinnen vor der Abfahrt immer durchzählen

·         den richtigen Lift auswählen, sonst wartet man bis zu 5 Minuten