Charaktertest bestanden: FCA trotzt frühem Schock und siegt in Unterzahl
Am Donnerstag, 21. Mai 2026, bewies der FC Amriswil echte Meistermoral. Trotz eines frühen Rückschlags und einer roten Karte nach wenigen Minuten drehte der Tabellenführer das Auswärtsspiel gegen den FC Abtwil-Engelburg in Unterzahl und feierte einen heroischen 1:3-Erfolg. Drei Runden vor Schluss bleibt der Vier-Punkte-Vorsprung an der Spitze damit makellos.
Erste Halbzeit: Traumtor-Schock, Notbremse und die prompte Antwort
Die Vorzeichen schienen klar: Nach dem 3:1-Sieg aus der Vorrunde reiste das Fanionteam von Massimo Gioia als Favorit zum Gegner aus dem hinteren Tabellenmittelfeld. Doch die Partie startete mit einem regelrechten Kaltstart. In der 11. Minute erlitten die Amriswiler den ersten Dämpfer: Nach einem Ballverlust im Mittelfeld schaltete Abtwil blitzschnell um. Der gegnerische Schütze sah, dass FCA-Keeper Gjon Neziraj etwas weit vor seinem Kasten stand und zog aus grosser Distanz ab. Neziraj streckte sich vergeblich, der Ball kullerte unglücklich zum 1:0 ins Netz.
Es kam noch dicker für den Leader: Nur wenige Augenblicke später hebelte ein Steilpass die Amriswiler Hintermannschaft aus. Kapitän Elvir Islami grätschte als letzter Mann nach dem Ball und traf dabei auch den Gegner. Der Unparteiische interpretierte dies als Notbremse und zeigte folgerichtig die direkte rote Karte.
Wer nun dachte, der FCA würde einbrechen, sah sich getäuscht. Trotz Unterzahl übernahmen die Thurgauer das Spieldiktat. Erst vergab Lars Musa nach einer starken Ballannahme im Sechzehner den Ausgleich, weil der Abtwiler Schlussmann geschickt den Winkel verkürzte. Nach einer Schrecksekunde durch eine Unachtsamkeit von Marko Vranic, die fast das 2:0 zur Folge gehabt hätte, belohnte sich der FCA in der 41. Minute: Ein von Ahmet Günes mit rechts scharf geschlagener Freistoss aus dem linken Halbfeld flog an Freund und Feind vorbei und schlug direkt zum hochverdienten 1:1-Pausenstand ein.
Zweite Halbzeit: Neziraj-Geniestreich leitet den Doppelschlag ein
Nach dem Seitenwechsel blieb Amriswil die spielbestimmende Mannschaft. Der eingewechselte Fazio (62. für Ramadani) brachte neuen Schwung und bediente kurz darauf Tomas Neziraj am Sechzehner, dessen strammen Schuss in die nahe Ecke der Heim-Torhüter glänzend parierte. Nachdem Abtwil nochmals kurzzeitig einen Zacken zulegte, brach die furiose Schlussphase des Tabellenführers an.
In der 81. Minute folgte das absolute Highlight des Abends: Tomas Neziraj wurde am linken Flügel eigentlich schon abgedrängt, bewies jedoch enorme Übersicht. Er stieg auf den Ball, drehte sich um die eigene Achse und flankte die Kugel butterweich mit rechts in den Strafraum. Dort stieg Lars Musa hoch und drückte den Ball gekonnt in die linke untere Ecke zur viel umjubelten 1:2-Führung.
Nur zwei Zeigerumdrehungen später machte der FCA den Sack endgültig zu. Nach einem perfekt vorgetragenen Konter behielt erneut Tomas Neziraj die Nerven und schloss eiskalt flach in die linke untere Ecke zum 1:3-Endstand ab – ein Doppelschlag zur Vorentscheidung!
Fazit: Die Moral eines Meisters
Am Ende feierte der FC Amriswil nach einem erneuten Katastrophenstart einen aufgrund der reifen Teamleistung und des enormen Kampfgeistes völlig verdienten 1:3-Auswärtssieg. Da Verfolger Bischofszell Schützenhilfe verweigerte und ebenfalls dreifach punktete, bleibt das Polster an der Tabellenspitze drei Runden vor Schluss bei komfortablen vier Zählern. Weiter geht es für den FCA am Dienstag, 2. Juni 2026 um 20:15 Uhr, beim wegweisenden Heimspiel auf dem Tellenfeld gegen den FC Neukirch-Egnach.
Tore: 11. Min 1:0 Berkay Oeztürk, 41. Min 1:1 Ahmet Günes, 81. Min 1:2 Lars Musa, 83. Min 1:3 Tomas Neziraj.
FC Amriswil: G. Neziraj, Musa, Wirth, Islami, Günes, T. Neziraj, Höhener, Vranic, Schöpf, Lopez, Ramadani
FC Abtwil-Engelburg II: Y. Fey, S. Fey, Kläger, Eigenmann, Manser, Speck, Lehmann, Oeztürk, Kupferschmid, Reich, N. Lehmann
