Der FC Amriswil gewinnt das Thurgauer Derby um die Tabellenspitze auswärts gegen den FC Bischofszell mit 2:1

Derby, Spitzenkampf und Sieg. Amriswiler Fussballherz, was willst Du mehr? Der FC Amriswil gewinnt das umkämpfte Spitzenspiel der 3. Liga gegen den bisher ebenfalls verlustpunktlosen FC Bischofszell mit 2:1 und grüsst neu von der Tabellenspitze.

Der FC Amriswil war gewarnt, hatten doch die Bischofszeller bereits zwei Kantersiege eingefahren und dadurch aufgrund der besseren Tordifferenz die Tabellenspitze inne. Das hat die Brisanz des Aufeinandertreffens noch erhöht und war wahrscheinlich der Grund, dass der Spielbeginn auf beiden Seiten zerfahren und ohne zusammenhängende Aktionen war. Nach 10 Minuten kam der FCA zu seiner ersten Chance. FCA-Stürmer Wirth legte zentral am Sechzehner auf Captain Muharemi ab. Dieser sah seinen Schuss aber geblockt. Im Gegenzug verbuchte auch Bischofszell seine erste Chance. Nach einem Doppelpass am Sechzehner stand Rivas alleine vor FCA-Torhüter Neziraj. Dieser konnte den Ball mit einem starken Reflex zum Corner abwehren. Danach entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch. In der Mitte der ersten Halbzeit hatte auch Amriswil seine erste Grosschance. Muharemi spielte aus dem Mittelfeld steil auf Tomas Neziraj. Dieser umspielte den Torhüter, legte sich den Ball aber etwas zu weit vor, so dass ein mitgelaufener Verteidiger klären konnte. Jetzt war wieder Bischofszell an der Reihe. Nach einem ungenügend geklärten Eckball, versuchte sich Eggenberger vom Sechzehner mit einem Lob, welcher das Gehäuse nur knapp verfehlte. Dann machte der auffälligste Amriswiler, Tomas Neziraj, mit einem Solo auf der rechten Angriffsseite auf sich aufmerksam. Nachdem er drei Gegner umspielt hatte, war aber leider der Abschlusswinkel etwas zu spitz. Spring war auf seinem Posten und hält den Ball problemlos. Die letzten zehn Minuten vor der Pause hatten es in sich. Zuerst spielte sich das Heimteam gekonnt von hinten bis zur Amriswiler Grundlinie durch. Der anschliessende Flachpass zur Mitte fand dann auch einen Mitspieler, aber dieser brauchte zu lange für die Ballkontrolle und somit war die aussichtsreiche Abschlussgelegenheit vorbei. In der 38. Minute ging der FC Amriswil in Führung. Links offensiv wurde Ramadani freigespielt, setzte sich stark durch und schloss platziert in die nahe untere Ecke ab. Eine Zeigerumdrehung später verschuldeten die Amriswiler einen gerechtfertigten Penalty. Eugster übernahm die Verantwortung und verwandelte souverän flach in die linke untere Ecke zum 1:1 Ausgleich. Vor dem Pausenpfiff ging der Puls der Amriswiler Anhänger nochmal in die Höhe. Bischofszell wurde ein Freistoss gut 20 Meter vor dem Tor zugesprochen. Lanzendorfer führte aus und zirkelte den Ball wunderschön ans linke Lattenkreuz. Kollektives Aufatmen bei Amriswil. Damit endete eine anfangs fahrige und zum Schluss hin fesselnde 1. Halbzeit.

Die zweite Halbzeit war noch keine zwei Minuten alt, als Wirth im Bischofszeller Sechzehner angespielt wurde, gekonnt einen Gegner aussteigen liess und dann alleine vor dem Tor über den Kasten schoss. Das hätte die Führung sein müsssen. Im Gegenzug unterschätzte Schöpf einen langen Ball und sein Gegenspieler zog in den Sechzehner. Dort spielte er in die Mitte wo sein Mitspieler, glücklicherweise für Amriswil, über den Ball schlug. Auch der hätte rein müssen. Danach sahen die Zuschauer 15 Minuten lang von beiden Seiten wenig Überzeugendes. Dann zog die Spielintensität schlagartig. Beck tritt einen Freistoss auf Wirth, der seinen Kopfball aus aussichtsreicher Position stark von Torhüter Spring pariert sah. Eine Minute später fing Beck rechts einen Ball ab und zog mit Tempo los, spielte dann steil auf Neziraj, der weiter Richtung Sechzener zog und scharf vors Tor spielte. Dort verwertete Wirth den Ball kompromisslos und krönte damit einen wunderschönen Angriff zur 2:1 Führung für den FCA. Nun wurde die Stimmung in diesem Derby immer hitziger. Dem Schiedsrichter schien das Spiel etwas zu entgleiten. Der FC Bischofszell erhöhte nun die Schlagzahl. Viele Angriffe der Bischofszeller liefen über die linke Seite. Vor allem Lanzendorfer fiel als ständiger Gefahrenherd auf und die Amriswiler hatten ihre liebe Mühe ihn unter Kontrolle zu halten. Das Heimteam zeigte zwar immer wieder vielversprechende Ansätze, aber spätestens vor dem Amriswiler Tor fehlte dann die Genauigkeit oder der Abschluss wurde wegen eines Fouls unterbunden. Auf Amriswiler Seite hatten Beck und Wirth noch eine Torchance ohne aber zu reüssieren. Als dann der Schiedsrichter nach 5 Nachspielminuten das Spiel beendete fiel den Spielern und dem Amriswiler Anhang ein Stein vom Herzen. Ein hart erarbeiteter Sieg gegen den vermeintlich stärksten Gegner in der Gruppe.

Wir stehen zwar erst am Anfang der Saison, aber der erste Eindruck bestätigt, dass der FC Amriswil um den direkten Wiederaufstieg mitspielen wird. Die Neuzuzüge haben bisher geliefert und haben die Erwartungen gut erfüllt. Über die Zeit, wenn sich Automatismen noch weiter eingespielt haben, werden wir voraussichtlich noch mehr sehen. In diesem Sinne. Bravo FCA, weiter so!

Tore: 38. Ramadani 0:1, 40. Eugster 1:1, 60. Wirth 1:2

FC Amriswil: Neziraj G., Schmid, Wirth, Islami, Lopez Vilanova, Neziraj T., Grubenmann, Schöpf, Ramadani, Muharemi, Beck

FC Bischofszell: Spring, Dähler, Spiegel, Weber, Manhart, Eggenberger, Limoncelli, Lanzendorfer, Rivas, Ventrici, Eugster