Derby-Dämpfer auf dem Tellenfeld: FCA verliert Spitzenkampf verdient gegen Bischofszell
Am Samstagnachmittag, 25. April 2026, musste der FC Amriswil einen herben Rückschlag im Titelrennen hinnehmen. Im emotionsgeladenen Thurgauer Derby auf dem heimischen Tellenfeld unterlag der Leader dem direkten Verfolger FC Bischofszell verdient mit 1:3. Eine kollektive Schwächephase, ein wiederholter Tiefschlaf zu Beginn und eine folgenschwere rote Karte wegen einer Notbremse besiegelten eine der schlechtesten Saisonleistungen des Spitzenreiters.
Erste Halbzeit: Erneuter Blitzschlaf und prompte Antwort
Die Vorzeichen für einen echten Fussball-Krimi vor grosser Kulisse standen gut, doch der FCA erwischte einen regelrechten Horrorstart. Wie bereits in den vergangenen Partien schien die Mannschaft gedanklich noch in der Kabine zu sein: Kaum hatte der Unparteiische angepfiffen, zappelte der Ball in der 5. Minute bereits im Amriswiler Netz, 0:1 für die Gäste aus Bischofszell.
Immerhin zeigte das Team von Massimo Gioa dieses Mal eine sofortige Trotzreaktion. Nur drei Zeigerumdrehungen später (8.) tankte sich Tomas Neziraj energisch durch und traf zum vielumjubelten 1:1-Ausgleich. Wer nun dachte, das Tor würde dem Leader die gewohnte Sicherheit und spielerische Dominanz im Mittelfeld zurückgeben, sah sich getäuscht. Die Partie blieb in der Folge zerfahren, von vielen Zweikämpfen geprägt und mit leichten Vorteilen für die bissigeren Gäste. Mit dem für den FCA schmeichelhaften 1:1 ging es schliesslich in die Kabinen.
Zweite Halbzeit: Penalty-Schock und Notbremse besiegeln die Pleite
Nach dem Seitenwechsel kam es für die Hausherren knüppeldick. Amriswil fand offensiv praktisch überhaupt nicht mehr statt und leistete sich in der Defensive entscheidende Fehler. Nach einer ungestümen Aktion im eigenen Sechzehner zeigte der Schiedsrichter völlig zu Recht auf den Punkt: Penalty für Bischofszell! Der Gast liess sich nicht zweimal bitten und verwandelte eiskalt zur 1:2-Führung.
Der FCA versuchte danach zwar irgendwie zu reagieren, agierte aber ideenlos und fehlerhaft. Als man in der Schlussphase gezwungenermassen alles nach vorne werfen musste, lief man prompt in einen klassischen Konter der Gäste. Um den endgültigen Knockout zu verhindern, griff der Amriswiler Spieler zum unfairen Mittel, die logische Konsequenz: Rote Karte wegen Notbremse (80.) und Unterzahl für die Schlussminuten.
In Unterzahl war der Widerstand des Leaders endgültig gebrochen. Nur wenig später nutzte der FC Bischofszell die personelle Überlegenheit eiskalt aus und schraubte das Ergebnis mit dem 1:3 (84.) endgültig in die Höhe.
Fazit: Mund abwischen und Reaktion zeigen
Beim Schlusspfiff herrschte auf dem Tellenfeld grosse Ernüchterung. Der FC Amriswil verliert das prestigeträchtige Derby völlig verdient, weil man an diesem Nachmittag zu keinem Zeitpunkt an die Normalform herankam. Durch diese Pleite rückt die Tabellenspitze wieder ganz eng zusammen.
Nun gilt es für das Trainerteam, die Fehler dieser sehr schlechten Leistung gnadenlos zu analysieren. Die Chance zur Wiedergutmachung vor den eigenen Fans lässt glücklicherweise etwas auf sich warten, was dem Team Zeit gibt, sich neu zu fokussieren: Am nächsten
Wochenende steht das Auswärtsspiel in Berg an. Gegen den SC Berg zählt dann definitiv nur eine Reaktion und die Rückkehr auf die Siegesstrasse!
Tore: 5. Min 0:1 Thilo Knellwolf, 8. Min 1:1 Tomas Neziraj, 8. Min 1:2 Kerem Ferati (Penalty), 84. Min 1:3 Kerem Ferati
FC Amriswil: G. Neziraj, Musa, Wirth, Islami, Günes, T. Neziraj, Grubenmann, Vranic, Schöpf, Höhener, Muharemi
FC Bischofszell: Spring, Dähler, Spiegel, Lanzendorfer, Eggenberger, Knellwolf, Tauber, Keller, Ventrici, Ferati, Rivas
